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Geteilte Lagereinheiten im Vergleich zu Standard-Lagereinheiten

2026-03-18
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1. Konstruktiver Vergleich

Geteilte Lagereinheiten

  1. Aufbau: Vollständig horizontal in eine obere und eine untere Hälfte geteilt, einschließlich Gehäuse, Lagerinnen- und -außenringe, Wälzkörper, Käfig und Dichtungen. Zusammengebaut und mit hochfesten Schrauben geklemmt.
  2. Werkstoffe: Meist hochfestes Grauguss (GG25), Sphäroguss oder Stahlguss für Schwerlastanwendungen.
  3. Selbstausrichtung: Typischerweise ±2° bis ±3° Ausrichtungsfähigkeit zum Ausgleich von Wellenversatz.
  4. Abdichtung: Ausgelegt für raue Umgebungen mit Filz-, Labyrinth- oder Mehrlippendichtungen.

Standard-Lagereinheiten

  1. Aufbau: Einteiliges, gegossenes oder bearbeitetes Gehäuse. Die Lager müssen axial vom Wellenende aus eingebaut werden.
  2. Werkstoffe: Grauguss, Stahlguss oder Aluminiumlegierung für leichte Anwendungen.
  3. Selbstausrichtung: Die Ausrichtung hängt ausschließlich vom Einbaulager selbst ab; das Gehäuse hat keine Ausrichtungsfunktion.
  4. Abdichtung: Einfache Gummilippendichtungen für allgemeine Betriebsbedingungen.

 

2. Einbau & Wartung

Geteilte Lagereinheiten

  1. Einbau: Wird direkt um die Welle montiert, ohne dass die Welle, Kupplungen, Zahnräder oder angrenzende Ausrüstung entfernt werden müssen.
  2. Wartung: Extrem kurze Stillstandszeiten für den Lagerwechsel; ideal für eingeklemmte Wellen.
  3. Werkzeuge: Keine Presse oder spezielle Montagewerkzeuge erforderlich; Standardspiel ist voreingestellt.

Standard-Lagereinheiten

  1. Einbau: Die Lager müssen vom offenen Ende her auf die Welle geschoben oder gepresst werden, was zugängliche Wellenenden erfordert.
  2. Wartung: Die Demontage der Welle und die Entfernung angeschlossener Komponenten sind erforderlich, was zu langen Stillstandszeiten führt.
  3. Vorteile: Einfacher Aufbau, geringere Kosten, gute Austauschbarkeit und stabile Laufgenauigkeit.

3. Leistung & Betriebsbedingungen

 

4. Typische Anwendungen

Geteilte Lagereinheiten

  1. Metallurgie: Stranggussanlagen, Walzwerke, Konverterstützen
  2. Bergbau: Brecher, Mühlen, Förderbänder, Aufzüge
  3. Energieerzeugung: Großventilatoren, Turbinen, Generatoren
  4. Zellstoff- und Papierindustrie, Zementindustrie: Lange Wellenantriebe, Walzenlagerungen
  5. Hafen- und Schifffahrt: Stapler, Schiffsantriebswellen, Hafenmaschinen
  6. Anwendungen mit festsitzenden Wellen, bei denen der Ausbau der Welle unmöglich ist

Standard-Lagereinheiten

  1. Allgemeiner Maschinenbau: Kleinmotoren, Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren
  2. Leichtindustrie: Textil, Verpackung, Lebensmittelverarbeitung, Landmaschinen
  3. Hochgeschwindigkeits- und Präzisionsanlagen: Werkzeugmaschinenspindeln, Präzisionsantriebe
  4. Kostenbewusste Massenproduktionsanwendungen

5. Auswahlrichtlinien

Wählen Sie geteilte Lagereinheiten, wenn die Welle nicht ausgebaut werden kann, Ausfallzeiten kostspielig sind oder unter schweren, rauen Betriebsbedingungen.

Wählen Sie Standard-Lagereinheiten für zugängliche Wellenenden, Anforderungen an hohe Drehzahlen, Präzisionsanwendungen oder Projekte mit begrenztem Budget.

 

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